27. April 2026 - Energieeffizienz Energiemanagement am URZ: Lohnt sich das Abschalten von Druckern?

Wie viel Energie lässt sich sparen, wenn Drucker am Wochenende vollständig abgeschaltet werden statt dauerhaft im Standby zu laufen? Dieser Frage sind drei Auszubildende am URZ im Rahmen des jährlich stattfindenden IHK-Energiescouts-Projekts nachgegangen.

Ausgangslage: 20 Drucker, die nie wirklich schlafen

Am URZ stehen den Mitarbeitenden ca. 20 Drucker permanent zur Verfügung, diese sind auch dann eingeschaltet, wenn sie nachts oder an Wochenenden kaum genutzt werden. Lukas Dambuk, Noemi Rodrigues und Dominik Zils (alle Auszubildende Fachinformatik Systemintegration) haben sich im Rahmen des IHK-Energiescouts-Projekts gefragt, ob sich an dieser Stelle Energie einsparen ließe.

Für ihre Untersuchung wählten die Auszubildenden vier repräsentative Geräte aus: zwei zentrale Stockwerkdrucker sowie zwei Bürodrucker. Eine tägliche Abschaltung über Nacht schied dabei von vornherein aus, da die zentralen Stockwerkdrucker in dieser Zeit notwendige Updates einspielen. Daher konzentrierte sich die Untersuchung auf das Wochenende: Mit einem Strommessgerät erfassten sie den Stromverbrauch über jeweils 58 Stunden – ein Zeitraum, der ein komplettes Wochenende von Freitag 20 Uhr bis Montag 6 Uhr abdeckt.

Die Drei Azubis mit einem Plakat zu ihrem Projekt

Ergebnis: Standby verbraucht 15-mal mehr

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Standby-Betrieb über das Wochenende verbraucht ein Drucker 0,464 kWh. Der gesamte Energieaufwand für das Herunter- und Hochfahren beträgt dagegen lediglich 0,031 kWh einschließlich des kurzzeitigen Einschalt-Peaks von knapp 975 Watt und der anschließenden Aufwärmphase. Der Standby-Betrieb verursacht damit rund den 15-fachen Energieverbrauch. Lukas Dambuk bringt es auf den Punkt: „Das Ergebnis war eindeutig, der Standby-Betrieb verbraucht übers Wochenende ein Vielfaches dessen, was An- und Abschalten kosten würde."

Hochrechnung auf die gesamte Universität

Für die rund 800 Drucker an der Universität Heidelberg ergibt sich daraus ein erhebliches Einsparpotenzial. Zwar verursacht eine automatisierte Abschaltlösung zunächst einen einmaligen Entwicklungsaufwand für ein entsprechendes Skript, die laufenden Stromkosten für die An- und Abschaltvorgänge fallen jedoch kaum ins Gewicht. Nach einer überschlägigen Berechnung der Auszubildenden würde sich die Investition bereits nach kurzer Zeit amortisieren und anschließend zu einer spürbaren jährlichen Ersparnis führen. Dominik Zils blickt dabei auch über das URZ hinaus: „Theoretisch ließe sich das Konzept auf alle Drucker der gesamten Universität ausweiten, das wäre natürlich ein großer Schritt, aber auch ein großes Einsparpotenzial.“

Empfehlungen der Energiescouts

Neben der langfristigen Automatisierungslösung empfehlen die drei auch kurzfristige Maßnahmen. Noemi Rodrigues betont: „Auch ohne Automatisierung lässt sich schon viel erreichen – wenn Mitarbeitende ihren Drucker vor dem Urlaub ausschalten, ist das ein echter Beitrag." Außerdem regen sie an zu prüfen, ob angesichts des insgesamt geringen Druckaufkommens die Gesamtzahl der Geräte reduziert werden könnte.

Das Projekt wurde im Rahmen des IHK-Energiescouts-Programms durchgeführt und von den Auszubildenden im Juli 2026 an der IHK Mannheim präsentiert. Weitere Informationen zu Energiescouts-Projekten am URZ finden sich auf der verlinkten Seite.