Texte richtig setzen
Eine Idee zu Papier zu bringen, ist oftmals schon eine schwierige Aufgabe, besonders dann, wenn jemand anderes diese Idee dem Papier auch wieder entnehmen können soll. Da mutet es schon als ein Luxus an, wenn außerdem verlangt wird, dass die Idee nicht nur formal richtig, sondern auch noch "schön" daherkommt.
Früher war alles besser: Man hat seinen Text zu einem gut bezahlten Drucker gegeben und diesem die Aufgabe überlassen, aus dem korrigierten Rohtext ein druckbares Dokument zu machen.
Heute wird diese Leistung in der Regel vom Autor gefordert. Das Hilfsmittel dafür sind sogenannte Textsatz- oder -verarbeitungssysteme. Vor einigen Jahren beschränkte sich das Erstellen von wirklich "schönen" Texten am Bildschirm auf das Textsatzsystem LaTeX. Und bis heute gibt es nicht wenige Stimmen, die darauf bestehen, dass es immer noch das einzig brauchbare ist. Aber die Wysiwyg-Fraktion holte inzwischen mächtig auf. Wenn auch die Textverarbeitungssysteme, wie Word, StarOffice oder WordPerfect, noch Entwicklungmöglichkeiten haben, sind Desktop-Publishing-Programme (DTP-Programme), wie Framemaker etc., durchaus ebenbürdige Partner.
Zumindest theoretisch. LaTeX ist ein relativ schwierig zu erlernendes Programm, weil man eben nicht nur lernt, wie ein besserer Notizzettel getippt wird. Vielmehr umfasst ein guter LaTeX-Kurs auch viele Hinweise darauf, wie ein "schöner" Text gesetzt wird. Mag sein, dass ein guter Framemaker-Kurs entsprechendes Wissen vermittelt. Bei einem Word-Kurs wird man solche Informationen hingegen normalerweise vergeblich suchen. Hier spielt mehr das Erstellen von Serienbriefen usw. ein besondere Rolle. Das heißt, die Fokusierung geht einfach in eine andere Richtung, den Rest wird Word schon machen. Das Resultat sind dann Texte, die selbst einfachste Regeln des Textsatzes ignorieren. Weitere Argumente über den Streit zwischen den Systemen hat Allin Cottrell in seinem emotionalen Beitrag Textverarbeitungen: Dumm und Ineffizient aufgeführt.
Was ist denn jetzt ein "schöner" Text? Natürlich ist das zum Teil Geschmacksache. Aber dieser Teil ist kleiner als man denkt. Es gibt Regeln, die nicht eingehalten werden müssen, aber auch nicht zu häufig verletzt werden sollten, will man einen ansprechenden Text verfassen. Die Kassel University Press hat einen allgemeinen Leitfaden zur Gestaltung wissenschaftlicher Manuskripte veröffentlicht, der eine ganze Reihe dieser Regeln beinhaltet.
Weitere Quellen
- Wissenschaftliches Zitieren von Peter Mösgen
- Abfassung wissenschaftlicher Arbeiten