Tipps zu PowerPoint

Die folgende Checkliste enthält ausgewählte Tipps aus dem Buch Clear and to the Point von Stephen M. Kosslyn (Psychologieprofessor in Harvard und Autorität auf dem Gebiet der Mental Imagery).

 

Lesbarer Text (Kap. 3)

Lesbare Schrift

  • verschiedene Farben nur zur Hervorhebung oder für unterschiedliche Kategorien von Information (3, p. 64, Einschränkung siehe unten)
  • verschiedene Schriftarten nur zur Hervorhebung oder für unterschiedliche Kategorien von Information (4, p. 66)
  • Schrift unterscheidbar vom Hintergrund (7, p. 68)
  • Serifen- und serifenlose Schriften nicht willkürlich mischen (bei sehr kleiner Schrift lieber serifenlos, wenn Kontrast oder Helligkeit schlecht, dann lieber Serifen) (8, p. 70)
  • Unwichtiges (etwa zur Orientierung kopiertes) ausgrauen (10, p. 74)

Verdauliche Bullet-Punkte

  • nicht mehr als zwei Zeilen pro Spiegelstrich (6, p. 77)
  • nicht mehr als vier Punkte pro Gliederungsebene (7, p. 79)

Lesbare Beschriftungen

  • dieselben Begriffe benutzen für mündliche Erklärung, Folientext und Bildbeschriftung (9, p. 86)

Titel sinnvoll nutzen

  • bei komplizierter Folie den Titel zuerst zeigen (3, p. 88)

Farben und Animation sinnvoll einsetzen (Kap. 4)

Farben ...

  • gut unterscheidbar aus dem Farbspektrum (1, p. 101)
  • rot und grün nicht nebeneinander (2, p. 102)
  • Vordergrund unterscheidbar (4, p. 103)
  • hervorspringendste Farbe für das Wichtigste (5, p. 104)
  • warme Farben für den Vordergrund (7, p. 104)
  • tiefgesättigtes Blau vermeiden (8, p. 107)
  • Farben zur Gruppierung verwenden (9, p. 107)
  • sachlich passende, Konventionen respektierende Farben (12, p. 109)

Animation ...

  • um den Blick zu lenken, und nicht als unmotivierte Abwechslung (1/3, p. 116/117)
  • kein langsames Ausblenden oder Einblenden (4, p. 117)
  • alles Zusammengehörige gleichzeitig bewegen (5, p. 118)
  • Wörter nur kurz bewegen (7, p. 118)
  • komplexe Darstellungen stückweise aufbauen (8, p. 118)

Charts & Diagrams, Fotos und Cliparts (Kap. 6)

Zur Qualitativen Visualisierung

(Zu quantitativen Diagrammen (Graphs) enthält das Kapitel 5 zuviele Tipps für eine Auswahl)
  • Alles klar vom Hintergrund unterscheidbar (4, p. 166)
  • visuelle Charakteristika nur abwandeln um Wechsel der Information zu signalisieren (5, p. 166)
  • komplexe Darstellung in Komponenten gruppieren (6, p. 166)
  • Animation und Akzentuierungswechsel verwenden um die Zuschauer durch die Darstellung zu geleiten (8, p. 168)
  • Vergleichsdarstellungen einzeln herausstellen (9, p. 168)

Tafel/ Karte/ Skizze

(deren Bestandteile den verkörperten Dingen nicht ähneln müssen, = Chart)
  • soll übergreifende Ordnungsstrukturen vermitteln (1, p. 170)
  • oder zeitliche Abläufe veranschaulichen (2, p. 170)
  • nicht für ein einfaches Verhältnis zwischen wenigen Gebilden (dafür Liste verwenden) (3, p. 170)

Übersichtsplan/ Funktionsschaltbild

(welches bildhafte Elemente und symbolische Elemente wie Pfeile enthält, = Diagram)
  • Objekt- oder Ereignisstruktur unter einer bestimmten Zielsetzung veranschaulichen (1, p. 173)
  • unterschiedliche Bausteine als separate Einheiten wahrnehmbar machen (4, p. 174)
  • alles Wichtige von einem Blickwinkel aus erkennbar (6, p. 175)

Fotos und Cliparts

  • um die Aufmerksamkeit zu steuern (6, p. 185)
  • die abgebildeten Objekte zur Bildmitte hingewendet (9, p. 186)

Psychologische Prinzipien (Kap. 1)

  • Prinzip 3. Hervorspringen (Salience): ist wichtig, denn das Gehirn ist stark im Bemerken von Unterschieden (p. 7)
  • Prinzip 4. Unterscheidungsvermögen: Andersartiges klar differenzierbar darstellen (p. 8)
  • Prinzip 5. Wahrnehmung des Aufbaus: klar machen, was als Gruppe zusammengehört und was abgesondert ist (p. 8)
  • Prinzip 7: Informative Veränderungen: Merkmale (wie Farbe, Größe, Schriftart, Übergänge usw.) sollen nur dann abgewandelt werden, wenn damit ein Sinngehalt vermittelt wird (nicht einfach so zur Abwechsung!) (p. 10)

Weitere Tipps zu PowerPoint

  • Links stehen
  • Drittelung der Folie
  • Animation (nicht nur Schnickschnack, sondern sinnvoll um eine Folie stückweise aufzubauen oder/ und um Wirkungsrichtungen zu visualisieren. Einfache Methode: Benutzerdefinierte Animation > Eingang > Wischen.
  • Handouts oder Spickzettel nicht mit der Präsentation verwechseln

Bulletpunkte vorlesen?

Diese Frage ist kompliziert. Scott Elias (http://blog.scottjelias.net/wp-content/uploads/2007/11/slides.pdf  nicht mehr erreichbar) zitiert in Folie 8 die umstrittene Lehre Swellers, dessen Cognitive Load Theorie hier besagt, gesprochener und gelesener Text störten sich. Stephen Kosslyn stellt das Problem hier differenzierter dar: Da ein Bulletpoint sowieso nur wenig Text enthalten darf, kann man diesen vorlesen oder kurz warten, bis die Zuhörer ihn gelesen haben, man darf aber nie das Lesen stören indem man gleichzeitig einen anderen Text dazu spricht.

Extreme Muster

Interessante Praxisbeispiele

  • David Truss (geschickte Unterscheidung zwischen neuem und nachwirkendem Text, besonders ab Minute 3:45)
  • Stephen Downes (Spielen mit Textfarben, wenn Diversität hervorgehoben werden soll, auch gegen Kosslyn's obige Regel 3 p. 64)

Weitere Links

M. Melcher
Verantwortlich: Team Anwendungssoftware
Letzte Änderung: 07.12.2007 - 11.12.2008