Anbieter von druckbaren Texten

Dieser Text ist für Informationsanbieter gedacht und hier speziell für die Anbieter, die erwarten, dass die Leser die angebotene Dokumentation teilweise im Rechenzentrum ausdrucken.

Harte Fakten

Formate
Die Möglichkeiten des Rechenzentrums, Dateiformate zu drucken, sind beschränkt. Eigentlich funktioniert nur PCL-, PS- und (nur auf dem Plotter) RTL-Format.
Farben und dreidimensionale Darstellung
Der Farbdrucker und der Plotter können mit Farbinformationen etwas anfangen, die anderen Drucker müssen diese Informationen mühsam umrechnen. Verschärft wird das Problem bei dreidimensionaler Darstellung und Farbverläufen. Hier ändert sich die Farbe von Pixel zu Pixel und sämtliche Umrechnungsalgorithmen werden ausgetrickst. Das kostet eine Menge Zeit, obwohl die Drucker eigentlich mit dem Drucken selbst ausgelastet sind. Wenn die Seiten im Wesentlichen zum Ausdrucken bestimmt sind, sollte auf farblich Darstellung ganz verzichtet und ein möglichst einfaches Layout verwendet werden. Wie man das macht ist an einem Beispiel bei der Erstellung von druckbaren PDF-Dateien beschrieben.

Powerpoint-Folien: Folien zum Ausdrucken bereitzustellen, ist recht einfach und wird auch immer wieder gerne gemacht. Das Problem sind auch hier die Farben.

  • Das Umrechnen kostet auf Grauwerte viel Zeit und Druckaufträge beginnen sich zu stauen, falls der Druckjob falsch abgeschickt wurde.
  • Bunte Bilder auf Grauwerte reduziert werden teilweise sehr unleserlich. Besser ist in jedem Fall: Schwarze Schrift auf weißem Hintergrund. Probieren Sie es aus und falls Sie der Meinung sind, dass man den Graustufentext lesen kann, dann stellen Sie ihn doch als Druckversion ebenfalls ins Netz.
  • Überflüssiger Hintergrund kostet viel Toner, und führt mittelfristig zur Erhöhung der Seitenpreise.

Powerpoint-Folien als PDF: Eine Nachbereitung der PDF-Datei von Seiten des Studenten ist nicht möglich. D. h., wenn der Autor beschließt, dass die Seite bunt ist, dann wird sie auch bund beim Drucker ankommen, der dann bei jedem Ausdruck anfängt umzurechnen. Wenn der Autor beschließt keine Fonts mitzusenden, dann wird das Script zwar kleiner, was uns immer gefällt, aber der Drucker versteht nur Bahnhof und druckt vom Text nur, was er kennt. Beachten Sie dabei die Hinweis zur Erstellung von druckbaren PDF-Dateien.

Eingescannte Seiten: Die einfachste Art und Weise Scripten aus Dokumenten zu erzeugen, deren Quelle nicht mehr vorhanden ist, ist das Einscannen.

  • Vermeiden Sie beim Einscannen Ränder. Diese Ränder sind nicht homogen und mussen pixelweise gerastert werden.
  • Schneiden Sie das Bild so zurecht, dass es möglichst klein wird; jeder überflüssige auch scheinbar weiße Rand enthält redundante Informationen, die gespeichert, transportiert und letztendlich gedruckt werden müssen.
  • Scannen Sie schwarz-weißen Text mit nicht mehr als 300 dpi und Bilder mit weniger als 200 dpi ein. Solange das Script nicht als Vorlage für ein Poster herhalten muss, genügt dem Auge diese Auflösung. Am Bildschirm werden sogar nur zwischen 72 und 96 dpi dargestellt.
Einzelseiten
Für jedes einzelne Blatt Papier, das bedruckt wird, werden weitere Seiten benutzt, um den Druckjob von anderen abzugrenzen und die Zugehörigkeit der Ausgabe zu bestimmen. Falls Sie Ihre Seiten als einzelne HTML-Seiten anbieten und erwarten, dass Ihre Leser die Seiten ausdrucken sollen, dann sollten Sie eine Zusammenfassung der Seiten bereitstellen. Auch hier hilft Adobe weiter.
Papierformat
Es wird nur auf DIN-Papier oder Folie gedruckt, Letter-Format und ähnliches wird nicht unterstützt. Schlimmer, es "verstopft" die Drucker, weil selbige auf eine manuelle Bestätigung warten, dass sie doch auf DIN-Papier drucken sollen.

Da wir in Hinblick auf das hohe Druckaufkommen gezwungen sind, den Druckprozess zu automatisieren, ist unsere Strategie die folgende: Wir drucken Letterformat auf A4, macht der Drucker das nicht automatisch, dann versuchen wir den Druckjob zu löschen.

Wenn der Leser unsere Dokumentation gelesen hat, druckt er den Job erneut mit manueller Umschaltung auf A4-Format. Meisten entsteht jedoch durch falsches Papierformat unnötiger Beratungsbedarf. Die Anleitung zur Erstellung von druckbaren PDF-Dokumenten zeigt Ihnen, wo Sie das einstellen können.

Weiche Fakten

Soweit die harten Fakten. Es gibt noch einige weiche Fakten, die ein Anbieter berücksichtigen sollte, der eine Datei (z. B. ein Aufgabenblatt) ins Internet stellt und dann von den Studierenden erwartet, dass sie sich dieses Aufgabenblatt selbst ausdrucken.

Der Anbieter

Der Vorteil für den Anbieter ist klar: Er spart das mehrfache Ausdrucken und Verteilen und möglicherweise die Erhebung einer Gebühr. Weiterhin fällt es ihm leicht, die Information tagesaktuell zu halten, ohne haufenweise Papier wegwerfen zu müssen.

Der Studierende

Für den Studierenden, den ich hier nur beispielhaft benutze, stellt sich das (meistens lösbare) Problem, sich die Datei aus dem Internet holen zu müssen. Das nächste Problem ist, er muss die Datei, wenn es sich nicht um PS- oder PCL-Format handeln, umwandeln. Das kann ein unlösbares Problem werden, nämlich wenn der Studierende nicht über die notwendige Software verfügt oder (besonders bei Microsoft beliebt) diese nicht in der richtigen Version vorliegt. Möglicherweise verfügt er sogar über ein Betriebssystem auf dem die notwendige Software überhaupt nicht läuft.

Ihm obliegt dann weiterhin die Aufgabe, die Datei auszudrucken, sich den Ausdruck abzuholen und gegebenenfalls, einen Obulus entrichten zu müssen.

Der Drucker

Wir versuchen eine große Menge von Druckjobs möglichst preiswert und schnell dem Studierenden zur Verfügung zu stellen. Das gelingt dann, wenn ein korrekter Druckjob, der den Drucker nicht überfordert abgesendet wird.

Fehler

Sie treten überall auf. Drucker oder Warteschlangen können falsch konfiguriert sein, Server abstürzen. Wir versuchen diese Fehler zu vermeiden.

Auch die Studierenden machen Fehler. Der häufigste ist wohl, sie gehen davon aus, dass das Drucken, weil es manchmal problemlos funktioniert, immer problemlos funktioniert. Informationen, die wir reichlich und hoffentlich auch gut publizieren, werden einfach nicht gelesen. Dann werden beispielsweise Dateien im amerikanischen Letter-Format abgesendet. Der Drucker jedoch, der davon ausgeht, dass der Absender tatsächlich möchte, was er sagt, bleibt einfach wegen Papiermangels stehen und muss mühsam per Hand weitergeschubst werden.

Ausdrucke von E-Mails, die ganz bestimmt unbeabsichtigt auf dem Farbplotter gesendet werden, weil sich HP DesignJet eben so ähnlich anhört, wie der Drucker, den man kennt. Auch hier muss, falls es mehrere sind, per Hand eingegriffen werden.

PS-Dateien, die an den PCL-Drucker und vice versa gesendet werden. Meistens fangen Hilfsprogramme diesen Fehler ab, wenn nicht, ist erst einmal der Drucker für nichts blockiert.

Doch auch die Anbieter machen Fehler. Farbige Aufgabenblätter mögen auf dem Bildschirm gut aussehen. Der Standarddrucker, auf dem sie in der Regel aufgegeben werden, macht schwarzweiss daraus und rechnet minutenlang.

PDF-Dateien. Der Acrobat-Reader sendet, was in der Datei steht. Der Drucker merkt dann, dass er bestimmte Fonts nicht kennt, und druckt nur, was er kennt. In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine E-Mail hinweisen, die jeder Anbieter zur Kenntnis nehmen sollte. Manchen Acrobat-Readern ist nicht standardmäßig klar zu machen, dass das deutsche Papierformat i. d. R. DIN-A4 ist und nicht "Letter". Die Ursache ist dabei natürlich, dass der Autor des Dokuments bestimmt hat, dass dieses Dokument "Letter" sein soll. Die Einstellung taucht auch nicht benutzerfreundlich im Druckmenü auf, sondern bei der Seiteneinstellung (Page Setup), wo meist keiner nachschaut.

DOC-Dateien. Beim Drucken selbst treten hier weniger Probleme auf. Jedoch gibt es einen immensen Beratungsbedarf, da das passende Programm nicht, noch nicht oder nicht mehr verfügbar ist.

Bei HTML-Dateien sollte man sich vor der Publizierung die Seitenansicht betrachten, um festzustellen, was der Studierende vermutlich ausgedruckt bekommt. Böse Überraschungen können Tabellen und Frames sein. Was auf dem Bildschirm noch gut sichtbar ist, wird auf Papier abgeschnitten. Natürlich kann man DIN-A3-Papier nehmen oder die Seite quer drucken. Meistens wird das aber erst dann gemacht, wenn vorher ein Fehldruck produziert wurde.

DVI-Dateien. Diese Format ist nicht trivial umwandelbar, und setzt einen hohen Beratungsbedarf voraus. Man kann heute nicht voraussetzen, dass jeder LaTeX kennt.

Verantwortlich: Team Drucken
Letzte Änderung: 30.05.2008